Sonntag, 24. September 2017

Von Faultieren und Affen

Buenos días ihr Lieben,

Ich melde mich mal wieder mit einem Update über mein Leben hier. Kaum zu glauben, dass ich jetzt schon über einen Monat in Costa Rica verbracht habe! Die Zeit vergeht wirklich schnell.
Zuerst möchte ich von einem Erlebnis schreiben, das ich in meinem letzten Post schon angedeutet hatte: der Ausflug mit meiner Familie zum Nationalpark Manuel Antonio. Es war dort einfach wunderschön, die Artenvielfalt in Flora und Fauna ist unbeschreiblich und ich konnte auch zum ersten Mal an einem costaricanischen Bilderbuchstrand baden gehen. Neben Affen, Leguanen und einem Faultier konnte ich auf einer Bootstour mit meiner Gastfamilie sogar Wale bestaunen, die einmal im Jahr diesen Teil der Küste Costa Ricas aufsuchen. Aber Bilder sagen wohl mehr als Worte, deswegen hier einige Impressionen:


Etwas schwer zu erkennen, aber da oben sitzt ein Faultier :)










In diesem benachbarten Nationalpark konnte man Wale beobachten (ballena=Wal)





Wie man sieht, war es also insgesamt ein wirklich toller Urlaub.

Danach ging dann wieder der für mich schon ganz normal gewordene Schulalltag los. Zurzeit habe ich hier (zum ersten Mal) ein wenig Stress in der Schule, da momentan sowohl die "extra clases" anfallen (benotete Hausaufgaben, die meist als Präsentation oder Plakat präsentiert werden und je nach Fach 5-8% der Endnote ausmachen) als auch bald Examen in einigen Fächern anstehen.
Ansonsten merke ich jeden Tag, wie ich mich hier ein bisschen mehr einfüge und einlebe, ob auf die Sprache bezogen, die Kultur oder die Menschen. Eigentlich habe ich jetzt  immer Pläne für die Wochenenden, ob mit der Familie, den anderen Austauschschülern oder meinen costaricanischen Freunden. Heimweh ist natürlich immer mal wieder ein Thema, doch ich glaube, ich habe inzwischen ein recht gutes Maß an Kontakt zu Deutschland, und es gibt noch soviel, worauf ich mich in diesem Jahr freue, dass ich es wirklich nicht bereue, hier zu sein.

Das war es jetzt erstmal von mir, schreibt wie immer Kommentare, wenn ihr irgendetwas wissen wollt.

Ciao,

Jule

Mittwoch, 13. September 2017

Update USA

Hello my friends,
ich melde mich mal wieder!
Meine erste Schulwoche ist rum und ich bin schon 1 Woche und 2 Tage in den USA!
In den letzten Tagen ist wieder so viel passiert... 
Sonnenuntergang in Oxford.
Am Dienstag war mein erster Schultag, die Schule hier ist komplett anders, viel relaxter als in Deutschland, vielleicht denkt ihr jetzt wie cool... das hab ich mir am ersten Tag auch gedacht, aber glaubt mir, es ist nicht wirklich toll, wenn man sich der Hälfte der Stunde nichts macht und sich langweilt. Aber hey, vielleicht gewöhne ich mich dran. 
Hier mein Stundenplan:
  1. Journalism
  2. American History 
  3. Seminar
  4. Choir
  5. English
  6. Human Growth and Development
  7. Algebra 
  8. Food class

Meine Schule startet Mo-Do um 8 und endet gegen 15:30.
Am Freitag geht es erst 9 Uhr los, weil von 6:30 bis 8 Uhr Training (Volleyball, Football etc.) ist.
Seit Mittwoch spiele ich auch Volleyball, aber vorher musste ich noch zum Arzt um mir ein "Physical" (Gesundheitszeugnis) ausstellen zu lassen.
Volleyball Practice ist Montag und Mittwoch von 16 bis 17:30 Uhr und Freitag Früh.
Dienstag, Donnerstag und Samstag sind dann normalerweise Spiele.

Ich muss sagen die erste Schulwoche war trotz Langeweile anstrengend, Mittwoch habe ich gleich meinen ersten Test geschrieben, in Algebra und habe ein A- drauf bekommen, was etwa 1 bis 2 entspricht.

Es kommt schon ab und zu vor, dass ich durch die Schule gehe und plötzlich ruft jemand "Hi Natalie", obwohl ich die ein oder andere Person noch nie gesehen oder wahrgenommen habe.
Auch ein paar amüsante Fragen wurden mir gestellt, wie z.B. "Deutschland gehört doch zur USA, oder?", "Gibt es in Deutschland Autos?", "Gibt es in Deutschland Smartphones oder Handys?" oder "Sprecht ihr in Deutschland Englisch?" um nur ein paar zu nennen. 
Mein Wochenende war sehr voll gepackt, am Samstagfrüh waren wir gegen 8 Uhr in der Schule frühstücken, weil die Abschlussklasse Geld für die Abschlussfahrt verdienen möchte, dann von 9-11 Uhr musste ich auf dem "Watermelon Feed", einem Fest in Oxford, bei dem es kostenlos Wassermelonen gibt, als Linienrichter für Volleyball "arbeiten".

Dann sind wir nach zu einen Footballspiel gefahren, meine kleine Gastschwester ist Cheerleaderin und ich wollte sie gerne mal "in action" sehen.
Meine kleine Gastschwester

Go Vikings!
Mein erstes Footballspiel, 5th grade
Das Bild hat irgendwie was.

 Danach ging es dann wieder zum "Watermelon Feed", wo es unter anderem Schildkrötenrennen und "Wühlenimsandnachgeld"gab.



Nach einem kurzen Stopp zuhaue, fuhr ich mit meinen Gastschwestern zum Burden Rodeo, wo auch alle anderen Austauschschüler der Region Südkansas waren. 
Ich hätte während des Abends gemischte Gefühle, manchmal müsste ich weggucken, weil ich Angst um die Tiere hatte.
Aber es war trotzdem ein schöner Abschluss vom Tag.
Sonnenuntergang in Burden.
Rodeo



Am Sonntag waren meine Gasteltern und ich im ca. 3,5 Stunden entfernten Kansas City, weil da die "Arrival-Orientation" von meiner Organisation YFU stattfand, es war schön so viele Austauschschüler aus unterschiedlichen Ländern zu treffen.
Auf dem Rückweg haben wir einen riesen Outdoorshop besucht, der war so gigantisch!

So das war es jetzt erstmal von mir!
Natalie

Samstag, 9. September 2017

Neues aus Costa Rica



Buenas días muchachos,

Ich weiß, ich habe eine Weile nicht geschrieben. Das liegt daran, dass ich mich hier inzwischen recht gut eingelebt habe und mein Leben hier so langsam Routine bekommt. Das ist nicht mal unbedingt schlecht, nach den aufregenden und auch anstrengenden ersten Wochen tut es gut, sich hier nun wirklich angekommen zu fühlen, sowohl in der Familie als auch in Schule und Freundeskreis.
Natürlich ist trotzdem nicht alles perfekt und einfach und ich habe noch viel über die Leute und ihre Lebensweise hier zu lernen. Auch mein Spanisch-Vokabular ist noch ein wenig dürftig, ganz zu schweigen von der Grammatik, ich merke jedoch schon eine deutliche Verbesserung und bin optimistisch, dass ich in den nächsten Monaten noch sicherer in der Sprache werde.
Wo wir gerade bei Monaten sind: es ist unglaublich, heute in einer Woche ist es genau einen Monat her, dass ich hier angekommen bin! Die Zeit verfliegt wirklich schnell hier. Das ist zwar einerseits ein gutes Zeichen und besser, als die Tage bis zur Heimreise zählen zu müssen, andererseits macht es mir irgendwie ein bisschen Angst. Ein Monat ist immerhin schon ein Zehntel meines Jahres hier, und ich merke langsam, dass ein Jahr tatsächlich sehr wenig Zeit sein könnte, um ein Land wirklich kennen zu lernen. Ich versuche hier also so viel es geht zu machen, denn die meisten Chancen, die ich hier bekomme, werde ich wahrscheinlich nie wieder in meinem Leben haben.
Einige dieser Chancen konnte ich in den letzten beiden Wochen nutzen: in dieser Zeit fanden hier die "Festejos Patronales de los Santos" in San Ramón statt, bei denen jährlich die Traditionen Costa Ricas und der Region San Ramón gefeiert werden. Neben typisch costaricanischem Essen und kleinen Kunst- und Souvenirständen gab es unter anderem auch ein buntes Programm mit Konzerten, Zumbakursen und Umzügen. Die beiden Hauptattraktionen habe ich gemeinsam mit meiner Gastschwester besucht:

Zuerst war da der "Entrada de los santos", der Einzug der Heiligen. Jeder Ort in der Umgebung von San Ramón, jede größere Schule und sogar einige Einrichtungen wie die Feuerwehr haben hier einen eigenen Heiligen oder eine eigene Heilige. Figuren dieser Heiligen werden bei dem "Entrada" in einem Umzug, begleitet von Musik und Tanz, quer durch die Stadt betragen, während die Zuschauer teilweise mittanzen und -singen oder das alles vom Rand aus betrachten. Dort dabei zu sein, war eine einmalige Erfahrung, auch wenn die Hitze, die vielen Menschen und die laute Musik uns auf Dauer doch ein wenig zu viel wurden und wir in ein etwas abseits gelegenes Café flüchteten.

Santiago, der Heilige meines Heimatortes

Letzten Sonntagvormittag stand dann die wichtigste Parade des Festes an. Mehr als 200 Rinder zogen, jeweils in Zweiergruppen, die für San Ramón typischen und traditionell handgemalten Ochsenkarren über die Hauptstraße durch die Stadt, und für etwas Geld konnte man in einem dieser Karren mitfahren. Wir entschieden uns jedoch dagegen, da wir uns lieber die ganze Parade anschauen wollten. Auch hier wurden Hitze und viele Menschen irgendwann zum Problem für uns, und wir waren froh, kurz nach Mittag wieder in unserem kühlen Haus in Santiago zu sein.



Neben diesen Erlebnissen habe ich außerdem noch einiges mit Freunden unternommen, wir waren auf einem Früchtemarkt in San Ramón, haben Brownies gebacken oder Pizza gegessen. Mein bisher größtes Abenteuer hier wird jedoch nächste Woche stattfinden: mit meiner Gastfamilie fahre ich von Freitag bis Sonntag in den Nationalpark "Manuel Antonio" fahren, wo mich neben der regenwaldtypischen Artenvielfalt auch ein wunderschöner Strand erwarten wird. Darum wird es dann wahrscheinlich auch in meinem nächsten Blogpost gehen.

Ciao,

Jule






Sonntag, 3. September 2017

Welcome to the United States!

Hey guys,
ich bin in den USA!!!!!!
In den letzten Tagen ist so viel passiert... aber ich versuche mich kurz zu halten.
Am 24.08.17 bekam ich endlich die erlösende Nachricht! Ich habe meine Gastfamilie!
Sie wohnt in einer kleinen Stadt, im Südosten von Kansas, sie besteht aus den Gasteltern, 2 Töchtern (10 und 17 Jahre) und vier Hunden.
Am nächsten Tag wurde mir gesagt, dass ich schon in der nächsten Woche fliegen werde (31.08.17).
Dann ging alles relativ schnell... Samstag war ich arbeiten, Sonntag war das erste Heimspiel von RB Leipzig, Montag habe ich vorgepackt, Dienstag habe ich mich von meinen Freunden verabschiedet und meinen Koffer mit meier Mutti fertig gepackt, btw wir mussten gefühlt 1000 mal ein- und auspacken, weil er viel zu schwer war. Am Mittwoch war ich mit meinen Eltern Abendbrot essen und habe mich von meiner Familie verabschiedet... Dann war er auch schon da... mein Abflugtag!!!
Ich bin ehrlich... Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen und gegen 3 Uhr habe ich "Rotz und Wasser" geheult, weil mir erst da richtig klar wurde, dass ich die nächsten 10 Monate nicht in Deutschland verbringen werde...
Es war ziemlich schwer mich von meinen Eltern am Flughafen zu verabschieden... But I made it!!💪
Am Flughafen in Leipzig traf ich auf 3 weitere Austauschschüler, die mich bis Chicago begleitet haben.
Unser erster Flug startete 6.15 Uhr und es war nur knapp eine Stunde bis Frankfurt, wo wir auf die anderen Austauschschüler getroffen sind. Wir waren eine relativ große Gruppe von etwa 30-35 Schülern und ein Betreuer.
Im Flugzeug nach Chicago habe ich mein Abschiedsbuch gelesen.           
DANKE an alle die hinein geschrieben haben, you made me cry! 😭
In Chicago hatte ich eine geplante Aufenthaltsdauer von etwa 6 Stunden... nur musste ich leider viel länger warten.
Hier die ganze Geschichte:
Mein Fluge sollte um 19.29 Uhr (Chicago, 3.29 Uhr deutscher Zeit) starten...
Nach etwa 1,5h Wartezeit AUF DER STARTBAHN sagte man uns, dass das Flugzeug kaputt ist...
Gegen 0.30 Uhr (Chicago, 7.30 deutscher Zeit) wurde der Flug gestrichen... Also haben wir 5 Stunden umsonst gewartet...
Mein Direktflug nach Wichita sollte nun am nächsten Tag sein...     9.15 Uhr.
Die Nacht verbrachte ich zusammen mit anderen Teenagern (ich glaube sie waren aus Asien, sahen aber nicht so aus) in einem Raum im Flughafen, weil wir noch minderjährig waren, konnten sie uns kein Hotelzimmer buchen... Ich könnte noch viel mehr von diesem Tag erzählen, das ist jetzt erstmal die grobe Fassung... sooo WELCOME TO THE UNITED STATES!!!
Nach einer seeeeehr entspannten Reise, holten mich meine Gastfamilie und meine area rep (YFU-Betreuerin) am Flughafen in Wichita ab.
Ich habe mich gleich willkommen gefühlt, sie waren so süß.
Am Flughafen warteten sie mit einem "Welcome Natalie"-Schild auf mich und bei im Wohnzimmer hing bzw. hängt eine "Welcome Natalie"-Girlande.


Ich bin jetzt knapp drei Tage hier und habe schon soviel erlebt.
Am Freitag waren wir in der Schule und ich habe mir meinen Stundenplan "erstellt".
In den USA gibt es eine große Auswahl an "Fächern".
Danach waren wir in der Nachbarstadt, weil meine Gastmutter ein Loch im Reifenschlauch hatte...


Am Samstag gab es eine "Family-Reunion"-Feier, weil der Onkel von meiner Gastmutter 95 geworden ist.
Meine Gastoma hatte 17 Geschwister, deswegen ist es eine Riesenfamilie, meine Gastmutter kennt aber die Hälfte der Leute nicht, da sie auch über das ganze Land verteilt sind.

 Es war schon ein bisschen komisch, so viele Leute bei einem Familiengeburtstag zu sehen, es wurden sogar T-SHIRTS verkauft!!! Meine Gastoma hat mir eins gekauft.
Abends hab ich dann mein erstes Footballspiel im TV gesehen.
Ich bin auch schon mit meiner Gastschwester Quad gefahren, leider kann ich es nicht selbst fahren, da das Fahren jeglicher Fahrzeuge verboten ist.
Achja... ich kann bestätigen das hier alles RIESIG ist!
Auf den Straßen sieht man fast nur Trucks und Jeeps, die Straßen sind breit und im Supermarkt gibt es RIESENTÜTEN z.B. Zucker.

So das war`s erstmal von mir!
Bis bald!

Natalie




Donnerstag, 24. August 2017

Mein neuer Alltag

Kaum zu glauben: erst eine Woche ist es her, dass ich vor Aufregung platzend in San José auf meine Gastfamilie getroffen bin. In der Zwischenzeit ist schon so viel passiert!
Fangen wir mal mit dem Wochenende an: während ich vormittags Harry Potter auf Spanisch schaute, stand Samstag Abend ein Kinobesuch mit meiner Gastschwester und ihrer besten Freundin an. Zu meinem Glück werden viele amerikanische Filme hier nicht übersetzt, sodass ich "Valerian" auf Englisch mit spanischen Untertiteln gucken konnte (mein Spanisch ist zwar schon besser geworden, aber dazu hätte es wohl noch nicht gereicht). Außerdem bekam ich eine kleine Führung durch San Ramón und aß zum ersten Mal einen "Churchill", eine costaricanische Eisspezialität mit Syrup und Kondensmilch, die "muy rico" (rico=Tico-Slang für lecker) ist.
Für Sonntag war ein Familienausflug geplant. Zuerst fuhren wir zu einem Restaurant, welches einen atemberaubenden Blick auf ein grünes Tal und die nebelverhangenen Berge dahinter gewährte. Das Essen dort war sowohl viel als auch köstlich und kostete umgerechnet tatsächlich nur ca. 5€ pro Person. Später fuhren wir dann nach Zarcero, wo eines der Wahrzeichen der ganzen Region San Ramón auf mich wartete: die Kirche von Zarcero. Diese an sich ist schon wunderschön, die eigentliche Attraktion ist jedoch der Park vor ihr, in dem Büsche zu verschiedensten Figuren zugeschnitten wurden. Nach der ausgiebigen Analyse der Figuren und vielen Fotostopps fuhren wir schließlich wieder nach Hause, wo ich totmüde ins Bett fiel.
Montag sollte dann mein erster Schultag sein. Als ich mich jedoch am "Colegio Experimental Bilingüe Palmares" angemeldet hatte, meinte die "Coordinatora", ich sollte doch lieber erst morgen anfangen, weil meine Klasse heute Prüfungen schreibt. Also kaufte ich nur noch meine Schuluniform und fuhr wieder nach Hause.
Dienstag ging es dann tatsächlich los. Die Schule hier in Costa Rica ist wirklich komplett anders als in Deutschland, deswegen hier ein paar Dinge, die mir aufgefallen sind oder die sich von Deutschland unterscheiden:
1. Die Leute an meiner Schule sind unglaublich freundlich. Nach drei Tagen habe ich schon so etwas wie einen engeren Freundeskreis, habe mich schon mit gefühlt dem halben Jahrgang unterhalten, wurde von drei Leuten zu sich nach Hause eingeladen und habe zwei Aktivitäten für das Wochenende geplant. Ich werde auch die ganze Zeit mit Fragen bombardiert, wie mein Leben in Deutschland so sei, wie mir Costa Rica gefällt und auch andauernd, ob ich einen Freund habe (das scheint hier wohl eines der wichtigsten Themen überhaupt zu sein ;D).
2. Wer wie ich den strengen Unterricht in Deutschland gewöhnt ist, wird erstmal einen Kulturschock bekommen: von den 40 Minuten Unterricht wird meistens höchsten 20 Minuten lang das Thema behandelt, in der restlichen Zeit wird geredet, wobei Lehrer hier wie Kumpels behandelt werden. Im Moment finden hier die Trimesterprüfungen statt, und einige Lehrer setzen sich im Unterricht einfach hin und korrigieren die Arbeiten, während die Schüler machen können was sie wollen. Mindestens drei Mal (in drei Tagen!) sind Stunden auch einfach ausgefallen, weil irgendein Lehrer krank war oder eben in Ruhe Arbeiten korrigieren wollte.
3. Da ich ziemlich weit weg von Palmares wohne, muss ich jeden Tag mit zwei verschiedenen Bussen zur Schule fahren. So etwas wie Monatskarten gibt es hier nicht, man muss jedes Mal bar bezahlen, wobei eine Fahrt jedoch nur umgerechnet um die 50 ct kostet.
4. Das Schulessen hier ist typisch costaricanisch (also immer Reis, Bohnen und irgendeine Beilage) und kostet auch nur ca. 50 ct. Viele Schüler gehen jedoch in der Mittagspause (die 1 Stunde dauert) auch nach Hause oder essen z.Bsp. bei Taco Bell oder McDonalds.
5. An meiner Schule sind noch 8 andere Austauschschüler, vier Deutsche, drei Italiener und eine Schweizerin. Zusammen mit einigen ihrer Gastgeschwister und ein paar Leuten aus unserem Jahrgang haben sie eine Gruppe gebildet, die oft am Wochenende gemeinsam etwas unternimmt, sich in den Pausen trifft und in die ich gerade integriert werde.

Ich könnte noch viel mehr erzählen, aber das ist erstmal eine kurze Zusammenfassung meines derzeitigen Lebens hier. Wenn ihr noch Fragen habt, könnt ihr sie natürlich wieder gerne in den Kommentaren stellen :).

Eure Jule

PS: Jetzt folgen noch ein paar Bilder:

Der Ausblick vom Restaurant

"Arroz con Pollo" (Reis mit Hühnchen) - kann ich nur empfehlen :)
Die Kirche von Zarcero


Figuren wie dieser Elefant stehen dort überall herum

Das bin ich mit meiner Gastmutter, Gastnichte und Gastschwester


Der Ausblick von unserem Garten <3


Samstag, 19. August 2017

Gefühlsupdate + Abschiedsfeier

Hey, ich wollte euch mal ein Update geben.
Ich habe leider immer noch keine Neuigkeiten bezüglich Gastfamilie und Abflugdatum. 😢
Fast täglich werde ich gefragt, ob es schon was Neues gibt, meine Standardantwort ist: "Nein, ich habe leider immer noch keine Gastfamilie und kein Abflugdatum, aber ich gebe dir/euch Bescheid, sobald ich etwas weiß und ja, ich finde das auch sch****, aber ich kann es ja nicht ändern."
Vielleicht fragt ihr euch ja wie ich damit umgehe, ich schreib einfach mal drauf los...
Das ist tagesformabhängig, an manchen Tagen mach ich darüber mehr Gedanken und an manchen weniger.
Oft stelle ich mir die Fragen, woran es genau liegt, dass andere Austauschschüler eher ausgewählt werden als ich, ob andere vielleicht besser sind... und was an mir falsch ist...
In den letzten Tagen und Wochen haben sehr viele Austauschschüler ihre Reise angetreten und ich sitze immer noch zu Hause und das ohne Gastfamilie...
Ich weiß es gibt außer mir noch viele andere Austauschschüler, die sehnsüchtig auf ihre Gastfamilie warten, wir haben auch eine WhatsApp-Gruppe namens "Problemkinder", diese Gruppe hat Vor-und Nachteile, zum Einen ist es toll zu wissen, dass ich mit meiner Situation nicht alleine bin,  ich freue mich natürlich riesig, wenn ein anderer Gastschüler seine Familie bekommt, aber zum Anderen macht es mich fertig, dass ich es nicht bin.
Natürlich hat man da auch Selbstzweifel, die auch durch die Gespräche mit meiner YFU-Betreuerin nicht ganz verschwinden, sie sagt mir zwar, dass es eigentlich Zufall ist, wer wann seine Gastfamilie bekommt, aber das tröstet nicht wirklich.
Ich denke jeder geht mit dieser Situation anders um, der eine denkt mehr darüber nach, der andere weniger.
Ich versuche mich durch Arbeiten, Lesen, Fernsehen, Sport oder durch das Treffen mit Freunden abzulenken.
Am schlimmsten ist es für mich, wenn ich abends in meinem Bett liege, dass ist sowieso die Zeit, in der ich über Gott und die Welt nachdenke und eben ganz viel über mein Auslandsjahr.
So jetzt habt ihr mal einen Einblick, was in meinem Kopf im Moment abgeht.
Aber hey, das Beste kommt doch immer zum Schluss. 😃
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Gestern fand meine Abschiedsfeier statt und das ohne zu wissen wohin es für mich gehen wird und wann mein Abenteuer beginnt.
Natürlich konnten nicht alle kommen, die gerne dabei gehabt hätte, Jule zum Beispiel ist am Mittwoch nach Costa Rica geflogen und mein liebes Pialein war ja leider krank.
Ich hatte meine Abschiedsfeier eigentlich ganz anders geplant...
Nun die ganze Geschichte:
Zwei Tage lang habe ich mir den Kopf über die Deko zerbrochen, es wurde extra ein neues Zelt besorgt und Tische und Bänke organisiert.
Nach dem alles aufgebaut war, wurde alles noch mit USA-Deko versehen.
Dann ging es auch schon mit der Party los, zum Abendbrot bestellten wir Pizza etc.
Die Hälfte der Gruppe ging nach dem Essen auf den Spielplatz 😂 und wir anderen haben uns gerade zusammen gesetzt und Musik angemacht, als von jetzt auf gleich ein Unwetter über
Otterwisch begann.
Mit vereinten Kräften räumten wir alles von draußen rein, machten die Plane vom Zelt runter, wobei wir unfreiwillig duschten.
Meine Tante stellte uns zum Glück ihren Partyraum zur Verfügung und wir zogen um.
Die Spielplatztruppe rettete sich vorm Regen ins Sportlerheim und blieb zum Glück fast trocken.
Nachdem einige sich umgezogen hatten und wieder vollzählig waren, starteten wir einen zweiten Versuch.
Aber trotz des Chaos war es eine tolle Abschiedsfeier, die ich bestimmt nicht so schnell vergessen werde.
Danke nochmal an alle die da waren! 💟

Danke Danke Danke!
Danke ihr Lieben! 💗

So das war es erstmal von mir!
Bis bald!
Natalie

Freitag, 18. August 2017

Pura Vida, Costa Rica!

Hola amigos,

Jetzt ist es endlich soweit: ich bin in Costa Rica angekommen!
Der Weg hierher war zwar lang und ermüdend (ich war 22 Stunden unterwegs), es hat sich jedoch absolut gelohnt. Aber jetzt erstmal von Anfang:
Am Mittwoch, dem 16.08.2017, habe ich mich nach einer sehr kurzen Nacht gemeinsam mit meiner Familie auf den Weg zum Flughafen gemacht, an welchem um 06:15 Uhr mein Abenteuer beginnen sollte. Tatsächlich konnte ich zuerst noch gar nicht realisieren, was gerade passierte, erst als ich plötzlich allein zwischen zwei Fremden im Flugzeug saß, wurde mir langsam klar, dass ich gerade die ersten Momente eines vollkommen neuen Lebens erlebe.
Auf meinem ersten Zwischenstopp in Frankfurt traf ich dann auf die acht anderen Austauschschüler, die sich ebenfalls für ein Auslandsjahr in Costa Rica entschieden hatten. Gemeinsam machten wir uns auf den langen Flug nach Houston und von da aus weiter nach San José (die Hauptstadt von Costa Rica). Vor Ort wurden wir von zwei Mitarbeiterinnen von CAS, der Partnerorganisation von YFU in Costa Rica, abgeholt und mit dem Bus in ein Hotel nahe des Zentrums gebracht. Während es in Deutschland zu diesem Zeitpunkt schon auf um fünf Uhr morgens zuging, war es in Costa Rica gerade einmal um neun abends, was uns Austauschschüler jedoch nicht daran hinderte, sofort todmüde ins Bett zu fallen.
Am nächsten Tag wurde ich aufgrund meines Jetlags schon um vier Uhr wach. Nachdem ich mir knapp drei Stunden lang spanische Sätze zurechtgelegt hatte, fing unser Orientierungstreffen an, welches neben nützlichen Informationen und Hinweisen zu Costa Rica und den Ticos (so nennen die Costa Ricaner sich selbst) auch das typisch costaricanische Frühstück Gallo Pinto (Reis mit Bohnen, Rührei und Früchte) und einen Stadtrundgang durch San José beinhaltete.
Gegen 18 Uhr wurde ich schließlich von meiner Gastfamilie abgeholt und wir haben gemeinsam bei Pizza Hut zu Abend gegessen. Leider ist mein Spanisch noch nicht besonders ausgereift, aber da meine Familie netterweise sehr langsam mit mir spricht und wir notfalls natürlich noch Hände und Füße haben, klappt die Verständigung schon einigermaßen. Mein Zimmer teile ich mir mit meiner Gastschwester, die ca. ein halbes Jahr älter ist als ich. In dem Haus leben abgesehen von uns und meinen Gasteltern noch meine beiden älteren Gastgeschwister (26  und 28) und meine kleine siebenjährige Gastnichte. Es gibt hier einen riesigen Garten mit vielen Obstbäumen (Limette, Guave, Banane,...) und sogar mehreren Reihen Maispflanzen. In die Schule werde ich am Montag zum ersten Mal gehen.
So viel zu meinen ersten Tagen hier, wenn ihr Fragen habt, könnt ihr sie gerne in den Kommentaren stellen. :)

Hasta pronto,

Eure Jule